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VW plant Billigauto für China und Indien

VW-Chef Martin Winterkorn setzt große Erwartungen in das geplante Billigauto, das ab 2016 auf den Markt kommen soll. Das sei „ein wichtiges Projekt“, schwor er nach Informationen des Nachrichtenmagazins FOCUS kürzlich in Dresden In e obersten Führungskräfte des Konzerns auf das Projekt ein. In Ländern wie Indien und China sei „Basismobilität zum geringsten Preis“gefragt. Man peile deshalb für solche Märkte eine Reihe von Modellen zu Preisen zwischen 6000 und 7000 Euro an.
Das intern „Budget-Car“ genannte Projekt ist laut FOCUS noch in einer sehr frühen Planungsphase. In dieser Woche treffen sich in Wolfsburg einige Dutzend Entwickler, um die weiteren Schritte zu besprechen. Der frühere Opel-Chef Hans Demant leitet das ambitionierte VW-Projekt.
Volkswagen taxiert den weltweiten Markt in der Preisklasse bis 8000 Euro auf acht Millionen Autos. 3,5 Millionen davon kommen internen Analysen zufolge in China auf den Markt. Bislang bietet der Konzern zu diesem Preis kein Auto an. Nun will VW mit einem chinesischen Partner eine neue Marke für das Reich der Mitte aufbauen. Für die Produktion könnte der Konzern eine chinesische Autofabrik übernehmen und umbauen.


Chirurgen-Präsident fordert Schließung jedes zweiten Lebertransplantationszentrums
Gesundheitsminister Bahr für „notwendige Konsequenzen“ aus Betrugsfällen

Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie, der Münchner Krankenhausarzt Karl-Walter Jauch, fordert die Schließung jedes zweiten Zentrums für Lebertransplantationen in Deutschland. Aus seiner Sicht wäre es wenn uo;besser“, wenn nur noch zwölf statt der vorhandenen 24 Kliniken für diese Organverpflanzungen existierten, sagt Jauch dem Nachrichtenmagazin FOCUS. Jauch stützt sich dabei auf eine Analyse, die zeigt, dass sich der Wettbewerb zwischen den Zentren „negativ“ auswirkt. „Die Ergebnisqualität der Lebertransplantation in Deutschland liegt weit unter dem international akzeptierten Standard.“ Für die aktuell aufgedeckten Betrugsvorgänge in dieser Medizinsparte macht der Mediziner allerdings einen weiteren Missstand verantwortlich, nämlich die gültigen Vorschriften bei der Vergabe von Organen, insbesondere Lebern. Mediziner müssten „den Mut haben, zu sagen, dass man Patienten, die nur mehr eine minimale Chance auf Rehabilitation haben, nicht mehr einer Transplantation unterzieht“. Doch die Regeln wirken offenbar in eine andere Richtung, bekräftigt Christiane Woopen, die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, in FOCUS: Die Verteilung der knappen Spenderorgane sei „grundsätzlich nach Dringlichkeit und weniger nach Prognose erfolgt“.
FOCUS-Recherchen im Leipziger Herzzentrum zufolge gilt dies auch für andere Organe als die Leber. Auch Herzpatienten erhalten demzufolge oft länger als notwendig Medikamente, um einen schlechteren Status zu simulieren und die Aussichten auf Zuteilung eines Ersatzorgans zu verbessern. Günter Kirste, der scheidende Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation, gibt der Bundesärztekammer einen Teil der Schuld an diesen Missständen. Der Gesetzgeber habe die Organvergabe nach Erfolgsaussicht und Dringlichkeit vorgeschrieben, doch „das Pendel“ sei „eindeutig zugunsten der Dringlichkeit“ ausgeschlagen. „Der Gesetzgeber glaubte, dass die Bundesärztekammer eine Balance findet. Bei den Lebern ist das nicht gelungen“, so Kirste in FOCUS.
Mit Blick auf die bekannt gewordenen Betrugsfälle in Göttingen, Regensburg, München und zuletzt in Leipzig fordert Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) „notwendige rechtliche Konsequenzen“. Sein Ministerium werde noch im Januar ein Gutachten in Auftrag geben, das verschiedene Regelungen daraufhin überprüfen soll, „um in der Vergangenheit festgestellte Verstöße entsprechend sanktionieren zu können“. Bahr sagte FOCUS, dass ihn die Entdeckung weiterer Manipulationen in anderen Klinken nicht überrascht habe. Nachdem die Transplantationszentren sukzessive überprüft worden seien, sei „leider zu erwarten gewesen, dass dadurch Manipulationsfälle in der Vergangenheit nicht nur an einer Klinik festgestellt werden“.

Pharmaindustrie will „Transparenz-Kodex“ einführen

Die Pharmaindustrie will den Vorwurf, Ärzte zu bestechen, durch einen neuen „Transparenz-Kodex“ ausräumen. „Die Patienten sollen erfahren, mit welchen Pharma-Unternehmen ihre behandelnden Ärzte in welchem Umfang sagte die en“, sagte die Hauptgeschäftsführerin des Pharmaverbands VfA, Birgit Fischer, dem Nachrichtenmagazin FOCUS.
Ab 2016 will der Verband öffentlich machen, welcher Arzt im Vorjahr wie viel Geld für Studien oder Vorträge bekommen oder ob eine Pharmafirma seine Fortbildung bezahlt hat. Es seien aber noch rechtliche Fragen offen, heißt es beim VfA. Die betroffenen Mediziner müssten ihr Einverständnis geben.
Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery lobte die Initiative: „Wer nichts zu verbergen hat, braucht Transparenz nicht zu scheuen“, sagte er zu FOCUS. Er verstehe nicht, warum die Pharmaindustrie noch drei Jahre warten wolle. Auch die Korruptionsbekämpfer der Organisation Transparency International begrüßen das Vorhaben der Pharmaindustrie: „Das ist die richtige Richtung“, sagte Vorstand Wolfgang Wodarg zu FOCUS.

 
 
 
 
 

Wieder Streit um Klimaprognose

Deutschlands bekanntester Kritiker der Klimapolitik, Fritz Vahrenholt, sieht sich durch den kommenden Bericht des Weltklimarats (IPCC) gestärkt. „Der IPCC bestätigt implizit den Erwärmungsstopp“, sagte der frühere von dem eltsenator von Hamburg dem Nachrichtenmagazin FOCUS. „Die Globaltemperatur-Grafik in dem Bericht zeigt, dass sich alle Projektionen seit 1990 fundamental verschätzt haben: Es ist seit 1998 nicht wärmer geworden.“
Der neue Weltklimabericht der UN sollte erst im September an die Öffentlichkeit gelangen. Doch der Entwurf steht seit Kurzem im Internet. Anders als Vahrenholt schließen die IPCC-Autoren auf steigende Temperaturen.

 
 
 
 
 

Rundfunkbeitrag unter Druck

Der Widerstand gegen den neuen Rundfunkbeitrag steigt. Wie das Nachrichtenmagazin FOCUS berichtet, rechnen die Verwaltungsgerichte ab Frühjahr mit den ersten Klagen gegen die Zahlungsaufforderungen. Der Sprecher des Hamburger Verwaltungsgerichtes, Richter Andreas Labiris, sagte FOCUS, er halte es für „durchaus wahrscheinlich“, dass die Frage, ob der neue Rundfunkbeitrag „verfassungskonform“ sei, von den Verwaltungsgerichten nach Karlsruhe weitergereicht werde.
Auch aus der Politik gibt es inzwischen Stimmen, die sich von der in den Landtagen beschlossenen Reform distanzieren. Otto Wulff, Vorsitzender der Senioren-Union und Mitglied des Bundesvorstands der CDU, forderte in FOCUS, wenigstens die bisherige Radiogebühr von 5,76 Euro für Menschen ohne Fernseher beizubehalten. „Ich zahle doch nicht für andere das Fernsehen. Das halte ich nicht für gerecht“, empört sich der CDU-Politiker.
Nach FOCUS-Informationen lassen derzeit einige Handelsketten prüfen, ob eine Klage gegen den Rundfunkbeitrag Aussicht auf Erfolg habe. Unternehmen mit vielen Filialen müssen deutlich mehr zahlen als vor der Gebührenumstellung.

 
 
 
 
 

Hygiene-Experte kritisiert Bundesregierung wegen mangelnder Bekämpfung von gefährlichen Trinkwasserkeimen

Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene und Direktor des Hygiene-Instituts der Universität Bonn, Martin Exner, kritisiert die Bundesregierung wegen ihres fehlenden Engagements gegen den lebensgefährlichen Keim Pseudomonas aeruginosa. Wegen der schnellen Ausbreitung des Erregers, der im Trinkwasser vorkommen kann, hatte der Wissenschaftler gemeinsam mit weiteren Experten der Bundesregierung ohne Erfolg vorgeschlagen, wenigstens für medizinische Einrichtungen eine Wasser-Untersuchungspflicht auf Pseudomonas gesetzlich vorzuschreiben. „Ich war persönlich erstaunt, als der Passus ohne Begründung wieder aus dem Entwurf zur neuen Trinkwasserverordnung gestrichen wurde“, sagte der Hygiene-Experte dem Nachrichtenmagazin FOCUS. „Die Kenntnis über die Bedeutung von Legionellen hat stark zugenommen, die möglichen Risiken durch Pseudomonaden sind dagegen nur wenig bekannt und derzeit nicht explizit in der Trinkwasserverordnung berücksichtigt“, so Exner.
Wie FOCUS berichtet, fehlt bis heute eine Vorschrift für eine Wasseruntersuchung auf Pseudomonas. Selbst Wasserwerke müssen laut der Trinkwasserverordnung ihr Wasser nicht auf diesen Keim testen. Bis zu elf Prozent der deutschen Privathaushalte sollen bereits mit dem Bakterium befallen sein.

 
 
 
 
 

Nach Organspendeskandal muss Vertrauen wieder hergestellt werden – Fordert harte Strafen gegen Ärzte
SUPERillu-Interview mit Frank-Walter Steinmeier (SPD)

Nach dem Organspendeskandal im Transplantationszentrum Leipzig hat der Bundestagsfraktionschef der SPD, Frank-Walter Steinmeier, die Ärzteschaft und die behandelnden Klinken aufgefordert, das beschädigte Vertrauen wieder herzustellen. bedarf es zu bedarf es schnellstmöglich der Aufklärung der Vorwürfe und dann auch harter Strafen gegen diejenigen, die Regeln gebrochen und missbraucht haben“, sagte Steinmeier in einem Interview mit der Zeitschrift SUPERillu. Es gäbe sicher ganz unterschiedliche Motive für den Betrug der Ärzte. Aber Mediziner, die aus eigenem Gewinnstreben gegen bestehende Regeln verstoßen obwohl es um Leben und Tod gehe, hätten aus seiner Sicht das Recht verwirkt, als Arzt tätig sein zu dürfen. „Sie dürfen bei uns unter keinen Umständen mehr praktizieren.“ Was unter anderem in Leipzig bekannt geworden sei, habe er für undenkbar gehalten. „Aber es hilft nichts: Mehr als 12.000 Menschen sind allein in Deutschland auf Wartelisten, täglich sterben Menschen, die leben könnten, wenn genügend Organe zur Verfügung ständen. Und deshalb müssen wir weitermachen: Informieren, aufklären und werben“, so Steinmeier, der seiner Frau Elke Büdenbender vor zwei Jahren (2010) eine Niere gespendet hatte.
Seine Frau gehe es heute sehr gut, es sei für sie eine ganz neue Qualität von Leben, sagte Steinmeier SUPERillu: „Sie geht auch wieder arbeiten.“ Auch ihm als Spender gehe es wirklich gut. „Und wir feiern den Tag der Transplantation, den 24. August, als unseren neuen gemeinsamen Geburtstag.“

 
 
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